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Wie alles wirklich funktioniert : Sex (freigegeben ab 18 Jahren)

Herzner Spass 01
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So, liebe Leser,

es ist letztendlich jetzt nicht so, dass es an Fragen mangelt. Ich weiß eh, dass Mitmachen immer schwierig ist, wenn man nicht etwas in die Hand gedrückt bekommt und fünfmal gefragt wird. Ich krieg auch oft nicht mit, wenn sich was lohnt – außer jemand sagt es mir. Und wenn ich ihn nicht kenne oder er keinen großen Namen hat, braucht es dazu auch noch: Nu mach schon – das ist gut.
Ich könnte also nochmal nach Fragen fragen. Es gibt dabei nämlich nichts zu verlieren außer der Angst. Und ich könnte wohl auf ewig weiter schreiben.
Vielleicht werde ich das auch irgendwann wieder tun, doch erstmal gibt es ein Warum zu beantworten:Herzner weiss 3

Herzner Warum frage

Herzner weiss 3
Ich kürze den Kommentar unverantwortlich ab und verweise per link auf dieses Werk von Stefan B. Adorno in ganzer Länge.
Ich reiße die Frage nicht mal operativ feinfühlig, sondern sehr grobschlächtig aus ihrem Zusammenhang, aus dem Kunstkontext, aus Hamburg, aus dem Gedanken von Stefan B. Adorno, heraus und lege sie hier auf diese digital erzeugte Illusion eines weißen Blatt Endlospapiers.
Herzner weiss 3

WARUM?

Herzner weiss 3

Naja warum machst Du das alles hier?

Warum tu ich mir das an und sitz mehrere Stunden in zwei Wochen an meinen Rechner, suche Worte, Sinne und Fotos zusammen um das Ganze dann zu publizieren und der Welt zugänglich zu machen, ohne so richtig zu wissen, ob jetzt eigentlich nur 2 Leute den Text lesen oder 200 und wie sie in finden und ob sie denken gut das es das gibt oder denken: Pff aaach boah ach noch sowas.

Da sitzt ich vorm Rechner als Mensch, der das Internet nutzt, um Informationen zugänglich zu machen – nicht zu Letzt natürlich irgendwie doch vor allem Informationen über mich. Ich hab eine Netzpräsenz, ein bis drei Profile bei fb, linkedin, vkontakt, одноклассники und dann schreib ich blogs und e-mails. Das alles ist schon seltsam eigentlich. Soviel Selbstherrlichkeit, die man der ganzen Welt zeigt: Ja also Euch sollte das interessieren was ich hier tu. Lest doch mal nach und schaut mal – hier die Idee – auch sehr geil.

Aber um ehrlich zu sein, ist das an sich aber doch einfach hässlich.

Und irgendwas ist daran nicht richtig.

 

Herzner warum 06
Fast alle Abbildungen in diesem Artikel sind aus dem Meisterwerk Joy of Sex von Alex Comfort in der Ausgabe von 1985 abfotografiert und zu mindestens 20% umgestaltet und dadurch hoffentlich vor Urheberrechtsklagen geschützt. Ich schätze Tausende von Kunststudenten, Studienanwärter oder Autodidakten haben in 40 Jahren ähnliches fabriziert. Aber ich möchte ohnehin empfehlen, sich das Buch im Original mal zu Gemüte zu führen. Es ist wirklich unheimlich lustig und erschien oder erscheint im ehrenwerten Ullstein Verlag. Besonders schön im vorliegenden Exemplar ist die fast schon verschwundene Zeichnungen der sage und schreibe vierundzwanzig Illustrationen. Ob ich auch den Text gelesen habe? Naja – auszugweise. Ich bin ja nicht sonderlich intellektuell. Und die wahren Helden haben ihn natürlich ganz gelesen, unterstrichen, kommentiert und mit diesen Markierungsklebedingern oben versehen. Obwohl. Die gabs 1985 noch gar nicht … 1)

 

Und je länger man drin ist

im Internet, desto mehr glaubt man einerseits zu verstehen, was Leser und Aufmerksamkeit zieht … klar … ohne Foto zum Beispiel kann man es ganz ganz einfach vergessen und dann muss es eigentlich einen Satz geben, oder ein Schlagwort, was irgendwie interessant ist, nicht zu kompliziert, aber auch nicht zu einfach, vielleicht auch einfach nur einen guten Klang haben muss. Und ja – und Sex klappt natürlich immer. Hihi. Der alte alte alte Trick. Den musste ich jetzt einfach einmal bringen. Doch dazu weiter unten mehr.

Dann kommt es drauf an, dass das Publikum konsumiert:
Und auch Informationen weiter gibt und gerne verteilt.
Und dann kommt irgendwie Glück dazu. Das man gerade einen Tag erwischt, in dem alle im Internet sind und lesen, oder irgendwer es zufällig liest.

[Ich hab mal in einem Restaurant gearbeitet und natürlich gibt es da feste Tage – Freitag/Samstag und eine wenig Sonntag – an denen mehr los ist. Aber warum auch immer gibt es plötzlich einen Dienstag, an dem die Bude aus irgendeinem Grund plötzlich rappelvoll ist. Und an einem anderen Samstag hat man die Theke dann schon zum dritten Mal aus Langeweile grundgereinigt.]

Man weiß vieles nicht vorher, es ist alles Zufall und es gibt einfach keine Erklärung dafür.

 

 

Herzner Warum 04
1)

 

Nö. Stimmt nicht. Einiges kann man erklären. Aber das ist nie eine Garantie dafür, dass es an anderer Stelle klappt.

Es darf aber eben vor allem nicht auf gar keinen Fall kompliziert sein.

Was mich nervt, ist, dass es auch im Internet und in der Welt so viel gibt, dass man sich auf essentielle Warnsignale reduzieren muss, um die Leute zu aktivieren. Und was mich am meisten dabei nervt ist, dass es bei mir nicht anders ist.  Hin und wieder gehe ich dann doch eine gmx-Fotostrecke durch … zum Beispiel zu den Fußballern, die zur Zeit ohne Verein sind, oder die peinlichsten Outfits der letzten Oscarnacht oder so.

Das alles wird aber nicht zur Verfügung gestellt, weil derjenige, der das zusammenstellt ein wirkliches Interesse daran hat, den anderen etwas Interessantes zu sagen. Nein – er versucht nur wieder etwas zu finden, in dem man Werbung unterbringen kann, in dem man die Menschen auf der Seite halten kann, damit sich das statistisch niederschlägt und er damit die Werbeflächen auf seiner Webseite aufwertet.
Und so funktioniert das also wirklich.
Es funktioniert auch bei mir, obwohl ich es weiß.

Und das hat man da also zur Konkurrenz, wenn man hier schreibt und tut und macht.
Nicht nur in einem blog – bei e-mails sind es SPAM, bei der website sind es Seh- und Navigiergewohnheiten der Besucher … einfach einfach einfach bleiben … sonst versinkt man als Publizist im leicht konsumierbaren Dünnschiss, den die Bösen ausscheiden.
Herzner weiss 3

Ich schätze, ich möchte natürlich auch so etwas wie unterhalten.

Ich will aber vor allem, dass ihr, liebe Leser selber nachdenkt.

Das jeder Mensch anfängt nachzudenken und sich zu traut zu sagen:
Das ist gut und das ist nicht gut.
Und die andern sehen es mit recht vielleicht ganz anders.
Und das ist gut so.

Herzner weiss 3

Und letztendlich muss ich dann doch zu den gleichen Mitteln greifen wie alle andern auch. Die Mittel, die vor dem Nachdenken schon wirken.

Und nun kommt die Krux: Ich glaube, ganz oft bleibt es dabei.
Im Grunde kann man auch nur die Schaubilder und Fotos zeigen, weil der Rest ohnehin nur von den wenigsten gelesen wird.
Deswegen mache ich gerne Schaubilder und im Text steht etwas anderes.

Und ich glaube, dass spätestens ab jetzt ohnehin nur noch ein 10tel der Leser überhaupt noch den Text liest.

Hallo, Du Leser. Schön, dass Du noch da bist. Aber vergiss nicht die Bilder anzugucken, gell?

 

herznerspass 16
Ich wiederhole: Erwerbt dieses Buch gerne käuflich. Es erschien oder erscheint um Ullsteinverlag und wurde von geschätzen Meister Alan Comfort geschrieben, den ich hier ehrfürchtig zitiere. 1)

 

Man muss sich eigentlich der Welt so präsentieren, als sei man der geilste und Einzigartigste von allen. Und das muss man allen erzählen wider besseren Wissens.
Und man merkt immer mehr: Scheiße – alle machen das so!
Besonders die, von denen man denkt, sie seien besser und einzigartiger.

Naja – und die glücklichen haben die Leute, die den Job für sie übernehmen.

Jeder ist einer von Millionen Besten, und bei dem einen kriegts keine Sau mit und der andere hat den richtigen Draht zur Selbstdarstellung und zum Netzwerken und all sowas.
Nicht, dass das deswegen schlecht sein muss, was der macht.
Ich freue mich ehrlich über jeden, der geile Sachen macht und die auch noch Öffentlichkeit finden. Wirklich.
Ich bin nicht dazu geboren irgendwelchen Eifersüchteleien meines Hirn irgendwelchen Raum zu geben.
Ich finde Neid und Eifersucht so richtig dumm.
Und von mir aus ist auch der erfolgreiche Schrott o.k.. Was solls?

Einige sind da naturbegabt und fragen sich, was ich denn hab.
Und ein ganzer Haufen macht was er macht nur halbe Lunge, redet aber dreifach und setzt damit seine Energie auf das richtige Pferd.

 

Herzner Warum 08
Keine Sorge, man kann auch bei größerer Auflösung nicht mehr erkennen. 1)

 

Ich mach Kunst, ich will eigentlich nur Kunst machen und irgendjemand haben, der den ganzen Onlinekram für mich erledigt: Webseite, Netzwerken, Profilieren, Ausstellungen ran ziehen, Zeitungsartikel ranziehen, Stipendien suchen, Bewerbungen schreiben. Alles, was von mir an die Öffentlichkeit geht, hängt damit zusammen.
Ich will das nicht mehr machen. Es war vernünftig, sich die Zeit zu nehmen und das zu verstehen.
Und irgendwann einzusehen, dass der Teil des Jobs Scheiße ist.
Ich habe ihn mal vielleicht eine Zeit ganz gerne gemacht, aber inzwischen widert mich jedes Wort von mir über mich an.

Das sollen doch bitte jetzt nur noch die anderen tun.
Ham ja auch schon ein paar.
Und wenn dann wars das eben.
Dann is doch auch gut.

 

Herzner Warum 10
1)

 

Versteht ihr?

Aus dem Netz zu gehen ist für mich jetzt gerade wie dem Internet und der Welt der Medien zu sagen:

Ich möchte mich von Dir trennen.
Herzner weiss 3

Ich mach jetzt also mal wieder so einen Schritt, der irgendwie einerseits nicht der Rede wert ist oder allerhöchste Brisanz hat – je nachdem, aus welcher Ecke man ihn betrachtet.

Ich hatte hier in dem Abschnitt geschrieben, was wer dazu denken könnte.

Aber überlegt doch einfach, was ihr selber dazu denkt.

Ihr habt recht.

Ich bin ganz sicher, dass es da ganze Bewegungen gibt – Clubs, Treffen, Sekten und Religionsgemeinschaften so wie Individuen, die das alles noch viel weniger an irgendeine Glocke hängen als ich, weil sie es einfach so nebenher erledigen oder keine Glocke haben oder haben wollen.

 

Herzner warum 07
zweieinhalb von zweien, die aneinader hängen 1)

 

Ich jedenfalls gehe jetzt offline.

Null Lust mehr auf Netz.

Ich browse nicht mehr, ich surfe nicht mehr, ich stelle nichts mehr online.
Ein smartphone habe ich mir vorsorglich nie angeschafft.

Wir sind an einem dieser Enden, das Netz und ich, wir zwei.

Ich habe mir einen Straßenatlas gekauft und alle Adressen reingeschrieben.

Und mach vielleicht einfach mal vernünftige Kunst stattdessen.

Oder besuche meine paar facebookfreunde in echt. …. Ach … hört sich auch irgendwie wie schonmal gemacht an …

Ich hinterlasse diesen Text und eine Servicenummer und haue ab.

Tschüss. War nett.

… Ja …

Ja.

Und vielleicht komm ich wieder.

 

herznerspass 13
Ich ziehe mich wieder an und von dannen und wirke schon jetzt irgendwie abwesend. (Ja. Das ist ein iPhone-Foto, wie ich es natürlich eigentlich kategorisch ablehne. Es ist aber passend und deswegen trotzdem lieben Dank an G.)

 

Das Wichtigste zum Schluss:

Ich hab in dem einzigartigen und unauffälligen Restaurant Persepolis irgendwann aufgehört zu arbeiten, weil mich der Job vom Kunststudieren abgelenk hat. Es hat dann vor anderthalb Jahren zu gemacht wegen einer jahrelangen Großbaustelle vor der Tür.
So geht es den meisten, mit denen ich wirklich gut zurecht komme. So ist das mit uns.
Wir sind toll, intelligent und freundlich und haben keine Angst vor dem eigenen Kopf.
Wir tun sowieso unser Bestes, egal ob es jemand mitbekommt.
Die Welt wäre besser, wenn alle so wären wie wir.

Das uns so viele nicht sehen, liegt nicht daran, dass irgendwas dazwischen kommt.
Also ist die Baustelle nicht Schuld, auch wenn es bei vielen so aussieht.
Das wäre nur eine Ausrede, denn wenn wir es besser könnten und wollten, würden den Spieß umdrehen und das was dazwischen kommt einfach für uns nutzen.
Wir werden nicht berühmt und erfolgreich, weil wir auch das hinterfragen.
Und dann wird das nichts, selbst wenn wir wollten.

Wir wissen, wie es funktioniert, aber wir machen es dann doch gerade deswegen trotzdem lieber anders.

 

Quellennachweis:
1) digitale Kunstwerke von Katrin Herzner mit Zitaten aus „Joy of Sex = Freude am Sex / hrsg. von Alex Comfort. [Übers. von Wilhelm Thaler]. – Ungekürzte Ausg. – Frankfurt (M); Berlin; Wien : Ullstein 1981“ ISBN 3-548-20148-2
2) Wo die Frau von oben eigentlich hinguckt, sieht man auch auf dem Cover nicht. Hier sind aber ihre wohlgeformten Brüste:

Herzner warum 09